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Johanniskirche

Ev. Johanniskirchengemeinde Bonn-Duisdorf

Adventskalender – 24. Türchen

Vom Ochsen und vom Esel

Während Josef und Maria nach Bethlehem wanderten, rief ein Engel insgeheim die Tiere der Gegend zusammen, um einige auszuwählen, die der heiligen Familie im Stall später mit Anstand aufwarten konnten.

Als erster meldete sich der Löwe. Er brüllte: „Nur wer von königlichem Geblüt ist, darf dem Herrn der Welt dienen. Ich werde mich vor die Stalltür setzen und jeden zerreißen, der sich in die Nähe des Kindes wagt.“

„Du bist mir zu grimmig“, sagte der Engel. Darauf schlich der Fuchs herbei. Er wolle süßen Honig und schöne Suppenhühner für Mutter und Kind stehlen, meinte er.

„Du bist mir zu unehrlich“, sagte der Engel. Nun stelzte der Pfau heran und entfaltete rauschend sein glänzendes Rad. „Damit will ich auch hinter der Krippe stehen und den armseligen Stall köstlicher schmücken als Salomon seinen Tempel“, meinte er.

„Du bist mir zu eitel“, sagte der Engel. Danach kamen noch Hund und Katze, die Eule, die Nachtigall und andere Tiere und priesen ihre Künste an, aber vergeblich. Zuletzt sah der Engel Ochs und Esel draußen auf dem Feld stehen, beide im Geschirr, denn sie dienten einem Bauern. Der Engel rief sie herbei. „Ihr Beiden, was habt ihr anzubieten?“

„Nichts, Euer Gnaden“, sagte der Esel und klappte traurig seine Ohren herunter. „Wir haben nichts gelernt außer Demut und Geduld. Denn in unserem Leben hat uns alles andere immer nur Prügel eingetragen.“ „Aber“, warf der Ochse schüchtern ein, „aber vielleicht könnten wir dann und wann ein wenig mit den Schwänzen wedeln und dem Kind die Fliegen vertreiben!“

„Dann seid ihr die Rechten“, sagte der Engel und sorgte dafür, dass Ochs und Esel in dem Felsenstall waren, in dem das Gotteskind geboren wurde.

Karl Heinrich Waggerl (1897-1973)

Idee für den Weihnachtsabend:

Erzählen Sie einander, in welcher Tiergestalt Sie heute im Felsenstall angekommen sind!

Vielleicht mögt ihr das Tier auch spielen … und das Video an die Großeltern schicken?!

Geschrieben von Bärbel Goddon am 24. Dezember 2020

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