Rettungsdecken aus dem Verbandskasten decken das Holzkreuz, das Nina Westphal zusammengebaut hat.
Ein Maschendrahtzaun hält uns auf Abstand. Viren, die die Katechumen_innen gebastelt haben und Schutzkleidung
hängen an diesem Karfreitagskreuz 2020.
Und die Gefühle dieser Tage: Angst, Abstand, der dauernde Appell, zu Hause zu bleiben – was immer das bedeutet:
allein, eingesperrt, beengt, einander ausgeliefert sein. Wir begreifen, wie schnell es vorbei sein kann.
Aber vielleicht gehen wir auch durch diese Erfahrung in neuartige goldene Zwanziger über: Jahre der Freundlichkeit,
der Hilfsbereitschaft, des Mitgefühls, der Phantasie und der Neubestimmung unserer Werte. Oder wir gehen zurück
in unser altes Leben – digitalisierter, wirtschaftlich gefährdeter, doch irgendwie wacher. Vergoldet. Gerettet.